Burgruine Leonrod

Normalerweise thronen sie auf Bergen und sind weit ins Land hinein sichtbar. Waren doch Burgen einst Zeichen der Stärke und Macht und sollten Feinden schon durch ihre blosse Erscheinung in Erfurcht versetzen.

Doch manche Burg versteckt sich auch förmlich in der Landschaft und wir finden sie nur noch, wenn wir entsprechende Hinweise haben. Eine solche Burg befindet sich in Dietenhofen-Leonrod.

Errichtet wurde die Burg im frühen 13. Jahrhundert und wurde erstmalig 1218 im zusammenhang mit den “pueri (Junkern) de Lewenrode”.

Historiker bezeichnen diese Burg als Ganerbenburg, hervorgegangen aus der damals üblichen Erbteilung. Die Burg verblieb im Familienbesitz, doch die einzelnen Familienzweige errrichteten sich eigene Wohngebäude innerhalt der Burganlage. Teilweise entstanden so innerhalb der Burgen kleinere Burgen.

Wie ich bei Recherchen im Internet herausfand, befand sich Leonrod damals an einer wichtigen Straßenverbindung zwischen Rothenburg und Nürnberg. Und die Aufgabe der Burg war es, diese Verbindung zu schützen. Man muss sich immer vor Augen halten, dass es damals weder ein so gut ausgebautes Straßennetz gab wie heute – sie ähnelten unseren heutigen Waldwegen – und aufgrund der damals üblichen Fortbewegungsmittel, wie z.B.  Pferde- oder Ochsengespanne, dauerte eine Reise sehr lang (durchschnittliche Reisezeit etwa 4-5km/h).

Sehr viele Burgen wurden im 30-jährigen Krieg bei Belagerungen und Kampfhandlungen zerstört, doch obwohl diese Burg an einer wichtigen Verkehrsverbindung lag, überstand sie den lagen Krieg unbeschadet. Doch durch Unachtsamkeit brach im Jahr 1651 ein Feuer in der Burg aus und zerstörte sie fast vollständig.

Da die Zeit der Burgen sich damals schon dem Ende neigte, wurde die Burg nicht wieder aufgebaut und nach und nach holte sich die Natur zurück, was ihr genommen wurde.

Das Adelsgeschlecht starb 1951 aus und bis zuletzt war die Burg in dessen Besitz. Die heutige Ruine gehört einer Erbengemeinschaft.

Von |2017-12-25T13:42:31+00:00Juni 4th, 2015|Lost Places, Trips|0 Kommentare

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