Vor einiger Zeit habe ich beim Stöbern nach interessanten Lokationen mehrfach über eine alte #Düngerfabrik im #Nürnberger Umland gelesen. Die Fotos, die ich sah, waren sehr ansprechend und ich wollte die alte Anlage unbedingt finden.

Leider gibt es viele Leute, die solche Plätze zum randalieren und sich austoben nutzen, was sehr schade ist. Denn dadurch werden solche Orte nicht nur verschandelt (z.B. durch #Grafitti) sondern auch einem unnötig schnellen Verfall preisgegeben, weil z.B. Fenster eingeschlagen werden, Türen herausgerissen sind oder Dachluken offen stehen und dadurch kein Schutz mehr vor Wind und Feuchtigkeit besteht. Daher werden solche Objekte nicht an die große Glocke gehängt, um reiselustige Vandalen nicht noch anzulocken. – Aber durch ein wenig Fleiss konnte ich die Location ausfindig machen und besuchen.

Hintergrund

Das Gelände wurde bereits seit ungefähr 1939 genutzt, als sich hier eine Ziegelei befand. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Gebäude. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde das Gelände von der Firma “Günther Cornufera GmbH” übernommen und stets erweitert, so findet man an einer Halle den Grundstein, der das Jahr 1976 zeigt.

Im Juli 2007 geriet die Traditionsfirma, die bereits 1844 gegründet wurde, in eine wirtschaftliche Schieflage und zum 01.09.2007 musste das Insolvenzverfahren beim Insolvenzgericht in Fürth beantragt werden. Doch zum Glück fand ich mit der Hauert HBG Dünger AG aus der Schweiz sehr schnell ein Investor und schon Anfang Oktober 2007 gab es eine Pressemitteilung zur Übernahme.

Jedoch wurde die Übernahme als ein sogenannter Asset Deal durchgeführt, bei der das Personal, Markenrechte, Rezepturen und Herstellungsanlagen übernommen werden, aber nicht die Immobilien. So kam es dann auch, dass das Areal verlassen wurde und sich jetzt neben Fotografen auch Kinder und Jugendliche hier aufhalten. Die Fotografen nutzen die imposante Kulisse für ihre Aufnahmen, die anderen Besucher kommen um zu randalieren, zu malen und sprühen und es finden sich auch Spuren von Paintballkämpfen, die hier ausgetragen wurden.

Auf dem Areal gibt es verschiedene Gebäude. Gleich am Anfang gibt es das Verwaltungsgebäude, das schon sehr gelitten hat. In den oberen Stockwerken findet man z.B. auch Spuren von Feuer, das gelegt wurde. Dann gibt es zum Beispiel eine grüne Halle, die vermutlich als Lager verwendet wurde. Direkt daneben befindet sich ein Komplex aus mehreren Gebäuden, die zusammenhängen. Hier fand die Produktion der verschiedenen Dünger statt. Man findet noch einige Teile der Produktionsanlagen, z.B. Förderbänder, Silos oder Maschinenteile.

Aufgrund des unterschiedlichen Alters der Gebäude erkennt man sehr gut, wie sich nicht nur die Architektur geändert hat sondern auch die Art, wie wir arbeiten. So sind die älteren Gebäude eher dunkel, verwinkelt und muffig, während die jüngeren Gebäudebereiche hell und lichtdurchflutet sind (natürlich soweit es die Möglichkeiten einer Industrieanlage zulassen.

Aktuell bearbeite ich die Bilder von meinem Besuch nach und werde sie dann in Kürze hochladen. Die Galerie habe ich schon erstellt und verlinkt – schau also in Kürze noch einmal vorbei.

GPS-Track

Für diese Location werde ich die Daten nicht veröffentlichen.

Impressionen

Düngerfabrik Erlangen-Eltersdorf

2018-08-13T21:47:32+00:00