UrbEx in Halle und Zeitz

Wie die Zeit vergeht…. Mittlerweile ist schon über 1 Jahr vergangen, seit ich mit Dirk in und um #Halle unterwegs war, um dort einige interessante Spots zu besuchen.

So waren wir zum Beispiel im ehemaligen #Reichsbahnausbesserungswerk, #RAW, in Halle (Saale) oder in der ehemaligen #Schokoladenfabrik in #Zeitz.

Leider ist ein Wochenende viel zu wenig Zeit, um alles genau unter die Lupe zu nehmen. Aber ich weiss, dass ich mir auf jeden Fall noch mal die Zeit nehmen muss, denn es gibt noch diverse Orte, wie z.B. den alten #Schlachthof oder einen alten #Möbelmarkt.
Zum Glück ist Halle nicht so ein Hype-Ort wie z.B. Dresden oder Leipzig, so dass man hier noch ein wenig Zeit hat. Ich denke, auch wenn ich mal in Richtung Mannsfelder Land vorstoße, gibt es noch einiges zu entdecken.

ehemaliges Reichsbahnausbesserungswerk (RAW)

Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk wurde etwa um 1910 erbaut. Die 10 Hallen umfassen mehr als 30.000qm Grundfläche.
In der DDR hieß das Werk “Reichsbahn Ausbesserungswerk (RAW) „Ernst Thälmann Halle“ und hatte sch  auf die Reparatur von Kleinlokomotiven der Baureihe 100 spezialisiert. Eine gewisse Medienpräsenz bekam das Werk 1989 als hier der Nachbau der ersten deutschen Lokomotive “Saxonia” fertiggestellt wurde. Zu dieser Zeit arbeiteten etwa 2000 Menschen hier.

Angeblich gibt es hier noch alte Tunnel und Bunkeranlagen aus früheren Zeiten. So sollen zum Beispiel von der Raffineriestraße aus Strafgefangene zum Hauptbahnhof gebracht worden sein, wenn die Gefangenenzüge die Häftlinge zwischen den DDR-Gefängnissen verteilt haben.

Heute verfällt das RAW und dient lediglich Fotografen als Kulisse oder Vandalierer lassen hier ihrem Zerstörungsdrang freien Lauf und beschleunigen den Verfall des Industriedenkmals.

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ehem. Metro Halle (Saale)

Bis 2010 gab es in Halle (Saale) an der B100 einen #Metro Großmarkt. Naja, eigentlich gehört die Anlage schon zu Peissen, einem Ortsteil von Landsberg.

Seit nunmehr 6 Jahren steht die Anlage ungenutzt und ist dem Verfall überlassen.
Sorgten bis vor einer Weile noch Bauzäune für eine Absicherung, sind auch diese teilweise verschwunden. Sicher hat die jemand daheim für seine private Baustelle benötigt.

In 2013 gab es Pläne eines niederländischen Investors, auf dem Gelände einen Gewerbepark zu errichten. Anscheinend hat sich das aber wieder zerschlagen. 2015 wurde auch mal darüber nachgedacht, hier eine Flüchtlingsunterkunft unterzubringen.

Der Metromarkt hatte eine Fläche von 38.000qm auf 2 Etagen.

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ehemalige Schokoladenfabrik VEB Zetti

#Knusperflocken, #Bambina oder #Fetzer…. Wer diese Worte hört, denkt bestimmt an #Zetti – Der Volkseigene Betrieb – #VEB – Zetti Schokoladen und Zuckerwaren Zeitz produzierte die wohl bekanntesten und beliebtesten Süßwaren in der ehemaligen DDR.

Das Unternehmen ist in den 1950er Jahren aus der 1831 gegründeten Firma Friedrich August Oehler hervorgegangen. Die Fa. Oehler handelte ursprünglich mit Eisen- und Farbwaren. – hervorgegangene Volkseigene Betrieb VEB Zetti Schokoladen und Zuckerwaren Zeitz. Im Jahr 1846 wurde dann mit der Produktion von Zucker- und Backwaren. Ab 1865 investierte der  Schwiegersohn des Unternehmensgründers in das Unternehmen und schaffte moderne Produktionsanlagen. Die spätere Zetti-Fabrik wurde ab 1895 genutzt.

Die Gebäude wurden bis Mitte der 1990er Jahre genutzt. Seit jedoch die Produkte von Zetti in einem modernen Produktionskomplex außerhalb der Stadt gefertigt werden, liegt das Gelände verlassen.

Während in verschiedenen Gebäudebereichen es scheint, als wäre noch vor wenigen Wochen produziert worden, sieht man an anderen Ecken, was 40 Jahre Sozialismus und fehlende Investitionen anrichten können. Dort sind dann zum Beispiel Decken eingestürzt und das 25.000qm große Areal beginnt zu zerfallen.

Die ehemalige Fabrik hat aber nicht nur die Schokoladenseite des Lebens erlebt. So wurden zum Beispiel schon im 1. Weltkrieg Gasmasken hergestellt.

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VEB Zitza – Werk Zeitz

In Zeitz wurden nicht nur #Kinderwagen und Schokolade hergestellt. Schon 1714 gab es eine erste Fabrik für kosmetische Artikel, wie z.B. Seifen.

Im Jahr 1807 wurde die Firma Oehmig-Weidlich gegründet und man erbaute an 1889 eine neue Fabrik direkt an der Weißen Elster gelegen. Dort wurden als Hauptprodukt der Zeitzer  Seifen hergestellt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Unternehmen wie überall in Ostdeutschland enteignet und es wurde der Betrieb VEB ZITZA Zeitz gegründet. Die neue Produktpalette umfasste vor allem Haarpflege- und Tönungsmittel. Aufgrund der wirtschaftlichen Struktur der #DDR besaß der “VEB Zitza” quasi ein Monopol in diesem Bereich.

Nach dem Ende der DDR investierte die #Treuhand noch einige Millione Mark in das alte Werk und Zitza wurde von einer Hamburger Firma übernommen.  An den früheren Erfolg konnte auch mit neuen Produkten nicht angeknüpft werden. 1996 wurde Werk an der Weißen Elster geschlossen. Mittlerweile weiß man, dass Zitza gezielt “gegen die Wand gefahren” wurde – es war ein einfacher Weg, unliebsame Konkurrenz loszuwerden.

Mit dem Ende einer Zeitzer Tradition wurden die Maschinen demontiert und das Werksgelände sich selbst überlassen. Fenster sind geborsten, Türen aus den Angeln gerissen. Stück für Stück verfällt das Gebäude.

Unweit der Fabrik steht übrigens noch die ehemalige Villa der Fabrikanten und erleidet das gleiche Schicksal.

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Von | 2017-12-25T13:42:30+00:00 August 21st, 2016|Lost Places, Urban Exploration|0 Kommentare

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Stefan

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