Wehrmachtsschiesstand Katterbach

Wer auf der B14 zwischen #Ansbach und #Heilsbronn unterwegs ist, durchfährt den kleinen Ort #Katterbach.

Heute ist Katterbach ein Standort der US-Streitkräfte. Unter anderem sind auf dem Flugplatz Transporthelikopter vom Typ CH-47 (Chinook) und UH-60 (Black Hawk) stationiert. Doch schon vor der Nutzung durch US-Streitkräfte war Ansbach militärischer Standort und so finden sich an verschiedenen Orten noch heute Spuren der militärischen Nutzung.

Fährt man von Ansbach in Richtung Heilsbronn befindet sich im Wald links der Straße ein alter Militärschiessplatz, bestehend aus 2 Schießbahnen. Allem Anschein nach wurde diese Anlage Ende der 1930er Jahre angelegt und von der Wehrmacht verwendet. Mit oder nach Kriegsende wurde die Anlage zerstört.

Die Schiessbahnen sind über die Jahre mit Wasser vollgelaufen und der #Kugelfang aus Beton wurde bereits vor langem gesprengt. Doch die Trümmer und Überreste geben noch heute ein Gefühl der Größe der Anlage.

Vermutlich hatten die beiden Bahnen unterschiedliche Aufgaben. Aufgrund des Ausbaugrades vermute ich, dass in der großen Bahn (rechts) mit schweren Waffen, z.B. MG, geübt wurde. Das würde auch den massiven Kugelfang erklären.

Auf der linken Bahn wurde meiner Meinung nach mit leichten Waffen, z.B. Karabinern oder Pistolen, auf normale Zielscheiben geschossen. Noch vor wenigen Jahren war am Ende der Bahn ein Kugelfang aus Holz zu finden und  im Erdreich waren Kugeln kleiner Kaliber zu finden.
An der rechten Seite der Schiessbahn findet sich auch ein Treppengang, der in einen kleinen #Zielbunker führt. Hierbei handelt es sich um einen Unterstand, der für die Auswertung der Zielscheiben verwendet wurde.. Die Scheiben wurden durch die Öffnung in der Bunkerdecke heruntergeholt, die Treffer aufgenommen und im Normalfall die Löcher verklebt und die Scheibe wieder hochgefahren. Normalerweise wurden die Ergebnisse jeweils an einen Schreiber per Telefon gemeldet. Dieser Schreiber befand sich gemeinsam mit den Schützen am Anfang der Schiessbahn.

Interessant ist auch, wenn man am Ende der östlichen Schießbahn um die Anlage herumgeht. Im Boden kann man noch sehr deutlich die Überreste der Entwässerungsanlage erkennen. Am Ende der Schießbahn gibt es auch einen schmalen Schacht. Leider ist der Schacht vollständig versandet und man sieht nur noch die oberste Sprosse. Spuren am Rand der Entwässerungsanlage zeugen aber davon, dass sich der ein oder andere Besucher schon intensiver Gedanken gemacht hat, wie tief der Schacht wohl ist und was sich am Boden findet.

Etwas unklar ist für mich die Bedeutung des freistehenden Walls östlich der kleinen Schießbahn. Angeblich wurden hier auch Munitionsreste gefunden.

In der Nähe des Parkplatzes gibt es übrigens noch ein altes Betonfundament, auf dem damals wahrscheinlich eine #Barracke stand.

Ich werde in Kürze einige Bilder von der Schiessanlage hochladen.

Bilder

GPS-Track

volle Distanz: 1835 m
Maximale Höhe: 487 m
Minimale Höhe: 452 m
Gesamtzeit: 01:07:34
Von | 2017-12-25T13:42:31+00:00 November 23rd, 2014|Lost Places|0 Kommentare

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