Besuch des Stadtgottesacker in Halle

//Besuch des Stadtgottesacker in Halle

Besuch des Stadtgottesacker in Halle

Friedhöfe sind nicht jedermanns Sache. Meinen wir doch, dass wir dort noch früh genug hinkommen.

Dennoch sind #Friedhöfe oft ein sehr interessanter Ort und auch Spiegel der Zeit. Sieht man doch vor allem an alten Friedhöfen, wie sich unsere Kultur gewandelt hat.

Ein solcher Friedhof ist der Stadtgottesacker in Halle (Saale), den wir heut einen Besuch abgestattet haben.

Der #Stadtgottesacker ist ein sehr alter Friedhof direkt in der Stadt Halle an der Saale, der in seiner heutigen Form um 1560 entstanden ist. Als Vorbild dieses Meisterwerks der Renaissance gilt der Camposanto in Pisa. Bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden hier Opfer der Pest bestattet.

Steht man vor dem Friedhof sieht man eine 5-6 Meter hohe Mauer, welche die gesamte Anlage umfaßt. Über 2 Tore kann man den Stadtgottesacker betreten und entdeckt, dass die Mauer die Rückseite einer Arkadenanlage ist. In den Arkaden, die in etwa 30 Jahren Bauzeit errichtet wurden, waren Grüfte angelegt, in denen bestattet wurde.
Die Innenfläche des Areals wird erst seit 1822 als Bestattungsfläche verwendet.

Der Stadtgottesacker war beliebter Begräbnisplatz für die Stadtoberschicht. Sieht man einen Blick auf die Gräber, findet man Industrielle, Professoren oder hochranige Beamte und Militärs. Die Unterschicht wurde auf den anderen Friedhöfen der Stadt beigesetzt.

Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die Anlage bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde die Anlage für lange Zeit dem Verfall preisgegeben. Erst 1985 konnte durch eine großzügige Spende aus dem Vermächtnis des Nobelpreisträgers Karl Ziegler die Instandsetzung und weitesgehende Wiederherstellung des Komplexes in Angriff genommen werden.

Leider war es nicht möglich, den Komplex zu 100% wieder herzustellen. So gab es für etwa 25 Reliefs an den Arkaden keine Vorlagen mehr. Diese bedeutenden Kunstwerke waren somit unwiderbringlich verloren.

Auf dem Stadtgottesacker findet man die Gräber von vielen bedeutenden Persönlichkeiten:

  • Georg Händel, der Vater des Komponisten
  • Christian Thomasius
  • August Hermann Francke
  • August Hermann Niemeyer
  • Carl Adolf Reineck
Da der Komplex durch die Oberschicht benutzt wurde, sind sehr viele Grabstellen aufwändig gestaltet. So gibt es sehr schöne Skulpturen aber auch gut erhaltene oder restaurierte Reliefs.
Für einen Rundgang sollte man etwa 1 Stunde einplanen, um den Blick ungestört schweifen zu lassen und die Eindrücke aufzunehmen.
Die Architektur, die alten Grabstellen und auch die Bäume und Sträucher verleihen dem Friedhof einen sehr spezielles Ambiente. Ich hatte meinen Fotoapparat dabei und habe die Gelegenheit genutzt, ein paar sehr schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu machen. Ich finde, dass die Atmosphäre eines Friedhofs erst durch diese Aufnahmen zur Geltung kommt.

Auf #Wikipedia gibt es einen sehr interessanten und umfassenden Artikel, der auch als Informationsquelle für diesen Artikel dient.

Impressionen

Stadtgottesacker Halle

GPS-Log

volle Distanz: 1274 m
Maximale Höhe: 141 m
Minimale Höhe: 80 m
Gesamtzeit: 00:51:02
Von | 2017-12-25T13:42:35+00:00 August 24th, 2013|Trips|0 Kommentare

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